Ausblick

Die EU – Reform der Abschlussprüfung definiert einen neuen Regelungsrahmen und zwar durch
  • Änderungen der Abschlusspüfer-Richtlinie und
  • eine neue Verordnung über Abschlussprüfungen.
Durch die Veränderungen der Rahmenbedingungen soll es zu mehr Wettbewerb auf dem Markt für Abschlussprüfung im Segment der kapitalmarktorientierten Unternehmen kommen. Insbesondere die Einführung der Pflicht zur externen Rotation des Abschlussprüfers wird die wichtigsten Marktakteure in den kommenden Jahren beschäftigen. Auf der nachfragenden Seite der Unternehmen sind es die Aufsichtsräte speziell ihre Prüfungsauschüsse und die CFOs, die den Abschlussprüfer beauftragen. Auf der Seite der Anbieter, bei den Wirtschaftsprüfern mit § 319a – Mandaten, ist man dabei, sich auf die bevorstehenden Änderungen einzustellen. Die Aufsichtsbehörden, Kammern, Verbände und Institutionen befassen sich ebenfalls aktiv mit dem Thema. Die APAK jedenfalls hat schon mal entsprechende Arbeitsschwerpunkte definiert. Sie beabsichtigt den Dialog mit den Prüfungsausschüssen der Aufsichtsräte deutlich zu intensivieren.
Etwaige Unklarheiten in Bezug auf die Übergangsregelungen zur Rotationspflicht verursachen noch eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die Frage inwiefern die Rotationsregelungen eine rückwirkende Wirkung entfalten, sodass unter Umständen ein sofortiger Austausch der Prüfungsgesellschaft im ersten Jahr der Neuregelungen notwendig wird. Eine Frage also von zentraler Bedeutung. Um Risiken aus Anfechtungsklage zu vermeiden, werden die Aufsichsträte die Abschlussprüfungen sehr wahrscheinlich neu ausschreiben – Übergangsregelung hin oder her. Dabei wird es jedenfalls auch um die Frage des Honorars gehen. In der Abschlussprüfung scheint die vernünftigerweise zumutbare Grenze bei den Stundensätzen nach unten erreicht. Gerade für den kleineren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stellt sich die Frage, ob die Prüfung von Unternehmen im öffentlichen Interesse nach § 319a HGB überhaupt noch sinnvoll ist. Die Tendenz zur Marktkonzentration bei den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist allerdings klar wahrnehmbar.
Im Bereich der schätzungsweise 41.000 prüfungspflichtigen mittelgroßen und großen, nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen ist die die externe Prüferrotation kein vorrangiges Thema. Im Mittelstand geht es viel mehr darum das richtige Maß zwischen Prüfungs- und Beratungsleistungen zu finden ohne, dass die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers tangiert wird. Ein strikte Trennung von Prüfung und Beratung würde sich negativ  auf die Umsätze insbesondere mittelgroßer WPG auswirken, die Marktkonzentration wahrscheinlich nur noch steigern. 
Alle Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben das Problem knapper qualifizierter Personalressourcen. Hier geht es um strategische Fragen der Personalpolitik, die mitunter nicht mal eben so einfach im partnerschaftlichen Konsens beantwortet werden können. 
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Branche steht vor Veränderungen

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche nimmt Klaus-Peter Naumann – Sprecher des Vorstands des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) – Stellung zu aktuellen Entwicklungen in der Branche. Durch die externe Pflichtrotation werde die Qualität der Prüfung sinken, befürchtet Naumann. Die Hoffnung der Branche liege im Ausbau des Beratungsgeschäfts. Naumann sieht erhebliche Veränderungen auf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu kommen, die Anpassungsprozesse nach sich ziehen. Hier der Link zu dem Artikel.
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